„Ruhetage“ über Ostern

UPDATE vom 24.03.21: Die „Ruhetage“ zu Ostern wurden wieder gekippt

In einer kurzfristig angesetzten Sitzung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder wurde entschieden, die Verordnung zur geplanten „Osterruhe“ zu stoppen.

Ursprünglicher Artikel:

Die Verkündung von „Ruhetagen“ um die Osterzeit hat bei vielen Fragezeichen hinterlassen.
Über Ostern soll nach Beschluss der Bundesregierung das öffentliche Leben nahezu still stehen. Vom 1. April an (Gründonnerstag) bis zum 5. April (Ostermontag) wird der Alltag fünf Tage lang weitgehend heruntergefahren.

Gründonnerstag und Karsamstag sind Ruhetage

Ostersonntag und -montag sind ohnehin bundesweit gesetzliche Feiertage. In diesem Jahr wird die Zeit um den Gründonnerstag und den Karsamstag noch weiter gestreckt. Auch an diesen Tagen sind die Geschäfte geschlossen. Lediglich am Karssamstag dürfen Geschäfte des „Lebensmittelhandels im engen Sinne“ öffnen. Die Gastronomie, soweit sie überhaupt schon öffnen durfte, bleibt zu.

Ruhetage – muss ich arbeiten?

Das kommt darauf an, um was für einen Betrieb es sich handelt. Die Ruhetage werden nach Aussage der Bundeskanzlerin Angela Merkel analog zu Sonn- und Feiertagen behandelt. Wer also unter normalen Umständen an den Ruhetagen gearbeitet hätte und dies auch üblicherweise sonn- und feiertags tut, wird dies auch an den Ruhetagen müssen (zum Beispiel Tankstellen, Kranken- und Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste, Polizei, etc.).

Gelten die Ruhetage auch für Homeoffice?

Die Ruhetage sollen das Infektionsgeschehen durch die erzielten Kontaktbeschränkungen weiter eindämmen. Mitarbeiter, die ohnehin komplett von zu Hause aus arbeiten, spielen hier jedoch keine Rolle. Müssen sie an den Ruhetagen arbeiten? Aktuell sieht es nicht danach aus, da die Beschlüsse keine entsprechenden Ausnahmen vorsehen. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Länder in den nächsten Tagen die Regeln zu den Ruhetagen noch konkretisieren.

Appell an die Vernunft

Nach dem Wunsch der Bundesregierung soll die Osterzeit in diesem Jahr unter dem Motto „Wir bleiben zuhause“ stehen. Daher appellieren viele Politiker, über Ostern für ein Minimum an Kontakten zu sorgen – vermutlich ein frommer Wunsch. Falls das Wetter mitspielt, wird jetzt schon befürchtet, dass Viele die freien Tage für Tagesausflüge nutzen und Stadtpark, Elbstrand und Außenalster wieder völlig überfüllt sein werden.

Neue Traktor-Demo am Donnerstag

Aufgrund der am Donnerstag in Hamburg stattfindenden Umweltministerkonferenz wollen Landwirte erneut auf ihre Bedürfnisse aufmerksam machen. Rund 4.000 Trecker werden erwartet, die auf sieben verschiedenen Routen nach Hamburg geführt und dort auf verschiedene Abstellorte verteilt werden. Am Gänsemarkt soll dann zwischen 12 und 14 eine Kundgebung der Bauernverbände folgen. Die Polizei warnt vor erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.

Die Bauern protestieren gegen das sogenannte „Agrar-Paket der Bundesregierung“, das unter anderem eine Verschärfung der Düngeverordnung vorsieht. Diese soll für einen höheren Schutz des Grundwassers vor Nitrat durch Überdüngung sorgen, da die Nitratbelastung seit Jahren bundesweit konstant hoch ist. Auch soll in diesem Paket der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat ab 2024 verboten werden. Die Landwirtschaft befürchtet, dass durch diese Politik Familienbetriebe um ihre Existenz fürchten müssen.

Obstbauer müssen auf Klimawandel reagieren

Das sprichwörtliche Hamburger Schmuddelwetter ist auch nicht mehr das, was es mal war. 2018 bescherte Hamburg eine Jahrhundert-Hitzeperiode und 2019 zeigte sich bislang äußerst labil. Mal zu heiß, mal zu kalt, zu trocken, zu nass… das Klima wird unbeständiger und unberechenbarer, da sind sich viele Wetterexperten einig.

Das Alte Land muss sich anpassen

In einem Versuchszentrum der niedersächsischen Landwirtschaftskammer werden die Folgen des Klimawandels mit rund 1000 Obstbaubetriebe in Norddeutschland untersucht. Anhand der Wetterdaten von über 40 Jahren konnte nachgewiesen werden, dass auch im Alten Land die Durchschnittstemperatur seit 1975 um 1,7 Grad gestiegen ist. Eine Folge: die Obstblüte setzt heute deutlich früher ein, als noch vor 40 Jahren.

Erfahrungen nichts mehr wert

Der gesamte Obstanbau reagiert äußerst sensibel auf jede Form von Veränderungen. Dr. Karsten Klopp, der Leiter des Esteburg Obstbauzentrum Jork sagt: „Diese Komplexität führt dazu, dass unser Wissen, unser Erfahrungsschatz im Obstbau durch die Veränderungen im Zuge des Klimawandels quasi entwertet wird.“

Tatsächlich reagieren auch die Obstbauern bereits auf die Veränderungen. Durch die frühe Obstblüte steigt die Gefahr, dass ein später Frost die Bäume schädigt, so dass die Bauern mit einer Frostschutzberegnung versuchen, dies zu verhindern.

Pfirsiche und Aprikosen wachen nun auch im Alten Land

Obstsorten und Südfrüchte, die sich früher maximal bis in den Süden Deutschlands anbauen ließen, wachsen zwischenzeitlich auch schon im Alten Land. Dafür leidet traditionelles Obst, wie zum Beispiel der Holsteiner Cox, sehr unter den neuen Bedingungen. „Die Qualität des Apfels verändert sich, er ist nicht mehr so lagerfähig“, beklagt Klopp hierzu. Seine ursprünglichen Anbaugebiete werden langsam von anderen Apfelsorten, wie z.B. der aus Neuseeland stammende Braeburn verdrängt, die mit den veränderten Klimabedingungen besser zurechtkommen. Der Holsteiner Cox wandert unterdies immer weiter nach Norden.

Problem: Extremwetter

Die Beständigkeit und Verlässlichkeit der jahreszeitlich geprägten Witterung wird heutzutage durch Wetterspitzen deutlich häufiger gestört, als noch vor einigen Jahrzehnten. Extreme Hagelfälle im Sommer, intensive Hitze und Sonneneinstrahlung oder überflutete Felder durch Starkregen setzen den Früchten immer wieder zu und sorgen für spürbare Ernteausfälle.

Neue Schädlinge freuen sich auf mehr Wärme

Höhere Temperaturen sorgen auch dafür, dass die Obstschädliche sich schneller vermehren. Einer der größten Obstschädlinge, der Apfelwickler (eine Nachtfalterart), konnte anstatt nur einer Larvengeneration pro Jahr im letzten warmen Sommer eine zweite produzieren. Der Schädlingsbefall könnte sich hierdurch vor der Ernte leicht verdoppeln. Auch neue Schädlinge, die sich bislang in der Norddeutschen Vegetation nicht besonders wohl fühlten, breiten sich durch das wärmere Klima immer weiter aus.

Hamburger sind Spitzenreiter im Fischessen

Einer Studie zufolge ist im Deutschland immer häufiger Fisch auf dem Speiseplan zu finden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch von 14,1 auf 14,4 Kilogramm pro Jahr erhöht.

Mehr Fisch auswärts

Die Studie zeigt allerdings auch zwei gegenläufige Trends: Der Zuwachs ist hauptsächlich auf die gestiegene Nachfrage außerhalb des eigenen Haushalts zurückzuführen, zum Beispiel in Restaurants oder Fischimbissen. Die Menge an Fisch und Meeresfrüchten, die am heimischen Herd verzehrt wurde, ging dagegen leicht zurück.

Im Vergleich der Bundesländer führen die Hamburger die Liste an. Mit jährlich 6,5 Kilogramm hat Hamburg den größten Anteil, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 6,1 Kilogramm und Mecklenburg-Vorpommern mit 5,5 Kilogramm. Dabei macht den größten Anteil der Alaska-Seelachs, der zum Beispiel in Fischstäbchen verarbeitet wird. Lachs und Thunfisch folgen und verdrängen den Hering auf den vierten Platz.

Mit anderen Ländern verglichen ist der Fischverzehr in Deutschland jedoch eher gering. Der weltweite durchschnittliche Verbrauch liegt bei über 19 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Island toppt mit rund 60 Kilogramm pro Jahr jedoch alle anderen.

Vertiefung der Elbe beginnt

Mehr als zehn Jahre Planung und juristische Auseinandersetzungen sind vergangen, heute ist der offizielle Startschuss für die umstrittene Elbvertiefung, zu der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) anwesend sein wird. Die Arbeiten sollen bis 2021 andauern und werden rund 776 Millionen Euro verschlingen.

Bei einer zweistündigen Besichtigungstour mit einem Schiff auf der Elbe wird der Bundesverkehrsminister sich zusammen mit Vertretern des Hamburger Senats, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsbehörde und von Verbänden und Unternehmen die konkreten Baumaßnahmen erläutern lassen. Die Vertiefung der Fahrrinne soll dafür sorgen, dass auch zukünftig die immer größeren Frachter mit einem Tiefgang bis zu 13,5 Meter unabhängig von den Gezeiten in den Hamburger Hafen einlaufen können.

Frachter können mehr Ladung aufnehmen

Die Containerschiffe, die den Hamburger Hafen anlaufen, sind in den letzten Jahren immer größer geworden. Sie können jedoch teilweise nur mit reduzierter Beladung nach Hamburg kommen, da die Fahrrinne nicht tief genug ist. In den vergangenen Jahren zogen die Konkurrenzhäfen in Rotterdam und Antwerpen an Hamburg vorbei. In der Liste der weltgrößten Häfen steht Hamburg heute nur noch auf Platz 19.

Umweltschützer kritisieren das Vorhaben

Auch heute laufen noch Klagen gegen die Elbvertiefung, die Arbeiten werden trotzdem aufgenommen. Umweltschützer befürchten schwerwiegende Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt rund um die Elbe. Einen Teilerfolg konnten sie dahingehend erreichen, dass die Elbvertiefung mit einer ganzen Reihe ökologischer Projekte einhergeht, die zu einem Ausgleich der entstehenden Schäden sorgen sollen.

Diskutieren Sie mit: Was halten Sie von der Elbvertiefung? Sinnvoll für Hamburgs Zukunft oder viel zu teuer und schädlich? Schreiben Sie uns Ihren Kommentar!

Landstromanlagen am Hafen – So werden gute Umweltgedanken politisch zunichte gemacht

Eigentlich klingt es doch wie eine gute Idee: Anstatt die ganze Zeit die schiffseigenen Dieselgeneratoren laufen zu lassen, können Schiffe während ihrer Liegezeit im Hamburger Hafen den Strom, den sie benötigen, von einer Landstromanlage beziehen. Diese wird bestenfalls auch noch durch erneuerbare Energien gespeist. Eine solche Landstromanlage gibt es bereits am Kreuzfahrtterminal in Altona und wird z.B. regelmäßig von der „AidaSol“ genutzt, die in diesem Jahr 20 Mal einläuft (übrigens das einzige Schiff, dass diese Landstromanlage nutzt).

Und wo ist der Haken?

Der Landstrom ist im Vergleich zum Dieselstrom rund dreimal so teuer. Trotzdem wurde die „AidaSol“ bis zum September des letzten Jahres in den meisten Fällen während des ganzen Tags mit Landstrom versorgt. „Wurde“, korrekt. Denn seit September wird der Landstrom nach zweieinhalb Stunden bereits wieder abgestellt und die schiffseigenen Dieselgeneratoren übernehmen das aufladen.

Was ist passiert?

Das sogenannte „Hochlastzeitfenster“ ist der Grund dafür, teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage der Linken hin mit. Damit steuert die Bundesnetzagentur den Stromverbrauch und möchte die Stromnetze entlasten. Im Ergebnis steigen die Gebühren für Landstrom um ein Vielfaches an. Schaut man sich die Akteure hinter den Kulissen an, stellt man fest, dass zwei Bundesministerien hier gegeneinander arbeiten. Während das Umweltministerium die rund zehn Million Euro teure Landstromanlage mitfinanziert hat, macht das Wirtschaftsministerium Vorgaben, die dafür sorgen, dass Reeder aufgrund des hohen Kostenunterschieds lieber ihren eigenen Diesel verbrennen, mit der damit verbundenen Lärm- und Abgasbelastung.

Mobile Stromgeneratoren – geplant und jetzt auf Eis gelegt

Eigentlich wollte Hamburg bis zu neun mobile Stromgeneratoren kaufen, damit auch weitere Schiffe unabhängig von ihrem Liegeplatz zukünftig ihre Dieselmotoren abschalten können. Eine Anfrage von Michael Kruse (FDP) ergab jedoch nun, dass der Senat seine Pläne erst einmal wieder auf Eis gelegt hat. Auf den Schiffen fehle derzeit die nötigen Anschlüsse, um überhaupt Strom von außen beziehen zu können und bei den Reedereien fehlt die Bereitschaft, Geld für die Umrüstung auszugeben.

Versprechungen können nicht gehalten werden

Kruse kritisiert den Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne), der in seinem Luftreinhalteplan vollmundige Versprechungen gemacht habe, die gar nicht eingehalten werden können. Inwieweit Druck auf die Reedereien ausgeübt werden solle, ist jedoch umstritten und wird auch von Kruse abgelehnt. Es gibt jedoch bereits internationale Vorbilder, wie z.B. an der Westküste der USA. Dort dürfen Schiffe, die nicht auf Landstrom umgerüstet wurden, gar nicht mehr einlaufen.

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