Auf der Spur der verschwundenen Stadt – die neue App des Museums für Hamburgische Geschichte

Zur finalen Vorbereitung seiner umfassenden baulichen und inhaltlichen Modernisierung hat das Museum für Hamburgische Geschichte seit dem 8. Januar 2024 seinen Besucherbetrieb temporär eingestellt. Am Aktionswochenende des 6./7. Januars haben sich fast 7.500 Besucherinnen und Besucher vom Museum und seinen Ausstellungen verabschiedet und im Rahmen von Führungen und Gesprächen einen Blick hinter die Kulissen des Museums werfen können. Ein Programmpunkt des Wochenendes beinhaltete Führungen zu einem besonderen Aspekt des vom Hamburger Architekten Fritz Schumacher von 1913 bis 1922 errichteten Museumsgebäudes – den sogenannten Spolien. Dabei handelt es sich um zahlreiche in der Außenfassade des Museums für Hamburgische Geschichte und im direkten Umfeld des Hauses befindliche architektonische Spuren von historischen Gebäuden, die in der ursprünglichen Sammlung des Museums als Erinnerung an nicht mehr erhaltene Baudenkmäler aufbewahrt wurden. Viele dieser Spolien wurden aus den Ruinen des Großen Hamburger Brands von 1842 geborgen.

Doch zu welchen Gebäuden gehörten die Portale und Figuren, welche Bedeutung hatten sie einst und was erzählen sie uns heute noch? Dazu hat das Museum unter dem Titel „Auf der Spur der verschwundenen Stadt. Eine digitale Reise durch Raum und Zeit“ eine App mit 3D- und Augmented Reality-Technologie entwickelt, in der die historischen Objekte digital mit ihren ursprünglichen Bauwerken zusammenführt und erlebbar werden. Auf diese Weise können die historischen Baufragmente, zu denen u. a. auch die Kaiserfiguren des früheren Hamburger Rathauses gehören, nun erstmals in ihrem früheren Kontext erfahren werden – und das ohne das Museum betreten zu müssen. In einer Entdeckungstour bietet die App virtuelle 3D-Modelle der historischen Bauteile, bei einem Spaziergang können die Nutzerinnen und Nutzer mit einem digitalen Stadtplan auf Spurensuche zu 40 Orten zerstörter Gebäude gehen, zu denen die Portale, Ornamente und Steinfiguren einst gehörten und last but not least beinhaltet die App eine Schatzsuche, bei der sich die Nutzerinnen und Nutzer auf eine mysteriöse Reise durch die Geschichte Hamburgs begeben können, um anhand der historischen Fragmente ein Rätsel zu lösen.

Die App wurde im Rahmen des Verbundprojektes museum4punkt0“ realisiert und gefördert, das Kultureinrichtungen deutschlandweit auf dem Weg in die Digitalität vernetzt und unterstützt.
Die App mit dem Namen „MHG-Spolien“ ist ab sofort auf allen bekannten digitalen Vertriebsplattformen kostenlos erhältlich. Weitere Informationen rund um die App und ihre Inhalte finden sich unter: https://www.shmh.de/museum-4punkt0/

Foto: MHG

Gier. Weimar – Die erhitzte Republik. Ein Schauspiel / 9. + 10.12.2023

Noch bis zum 7. Januar 2024 zeigt das Museum für Hamburgische Geschichte die Sonderausstellung „Hamburg 1923. Die bedrohte Stadt“, die sich mit den Ereignissen rund um den „Hamburger Aufstand“ im Oktober 1923 auseinandersetzt.

Die Ausstellung nimmt die historischen Ereignisse zum Anlass, um die politische und wirtschaftliche Lage sowie den sozialen Alltag im Hamburg des Krisenjahres 1923 darzustellen und spürt den Fragen nach, welche Ursachen und Ziele der „Hamburger Aufstand“ hatte, wie er verlief und wer die damaligen Protagonisten waren. Zudem betrachtet sie die Auswirkungen des Aufstands auf die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Hamburg und nimmt die langfristige Wirkung dieser Ereignisse auf die Erinnerungskultur bis in das 21. Jahrhundert hinein in den Fokus.

Begleitend zur Ausstellung präsentiert das Axensprung Theater, das für seine Produktionen jüngst von Verteidigungsminister Boris Pistorius mit dem Preis „Bundeswehr und Gesellschaft“ ausgezeichnet wurde, an den Abenden des Wochenendes vom 9. und 10. Dezember den ersten Teil seiner Weimar-Trilogie.

Das Schauspiel mit dem Titel „Gier. Weimar – die erhitze Republik“  erzählt anhand der Schicksale von fünf Personen in den Anfangsjahren der Weimarer Republik vom Leben in widersprüchlichen Zeiten und von der Zerbrechlichkeit der Freiheit in einer fragilen Demokratie.

Die Produktion, in der intensives Schauspiel von musikalischen Einlagen und beeindruckenden Bildcollagen begleitet wird, macht die erste deutsche parlamentarische Demokratie mit ihren Irrungen und Wirrungen nacherlebbar und lässt das Publikum hautnah nachfühlen, wovon Menschen in Zeiten rasender Veränderung träumen und hoffen.

In den sich verwebenden Handlungssträngen der Protagonisten des Stücks treten real-historische Personen wie Walter Rathenau, Gustav Stresemann, Erich Ludendorff, Matthias Erzberger und Fritz Schumacher auf.

Museum für Hamburgische Geschichte
Holstenwall 24
20355 Hamburg

Foto: Alexandra Calvert

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