Henri Martin, Junge Bäuerin in der Sonne, 1890 © Mulhouse, Musée des Beaux-Arts

Kinder, Kinder! Zwischen Repräsentation und Wirklichkeit – Ausstellung im Bucerius Kunst Forum

Die Ausstellung Kinder, Kinder! Zwischen Repräsentation und Wirklichkeit im Bucerius Kunst Forum widmet sich der Darstellung von Kindern in der Kunst vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Sechs Kapitel nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigen neben Gemälden auch Fotografien, Arbeiten auf Papier, Druckgrafiken, Medienkunst und Skulpturen.

In der Ausstellung werden unter anderem Werke von Tizian, Anthonis van Dyck, Oskar Kokoschka, Paula Modersohn-Becker, Nobuyoshi Araki, Thomas Lawrence, Joshua Reynolds, Rineke Dijkstra, Judith Leyster, Christoph Amberger, Gerhard Richter uvm. gezeigt.

Der Facettenreichtum der Ausstellung beleuchtet die vielfältigen Perspektiven und Funktionen von Kinderbildern über die Jahrhunderte hinweg. Ob als Symbol von Macht und Herrschaft, als Ausdruck von Mitgefühl oder als Momentaufnahmen glücklicher und trauriger Kindheiten: Die Darstellungen zeugen vom Wandel des Verständnisses vom Kindsein über die Jahrhunderte und verdeutlichen gleichzeitig die Bedeutung der Lebensphase Kindheit.

Bei dem Thema Kinderbilder spiegeln sich in besonderer Weise die Werte- und Normvorstellungen einer Gesellschaft und deren Wandel wider. So lassen sich anhand dieses Sujets etwa gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse ablesen. Herkunft, Status und mitunter auch das Geschlecht spielen hierbei eine wichtige Rolle. Dabei haben sich über Jahrhunderte hinweg gesellschaftliche Gruppen in der Inszenierung ihrer Kinder gegenseitig beeinflusst und zugleich ihre eigenen Darstellungen angepasst. Wie Kinder heute in der bildenden Kunst gezeigt werden, hängt also auch immer mit der Rezeption von Kinderbildern aus früheren Zeiten zusammen.

Die Ausstellung legt solche Querverweise und Prägungen der Vergangenheit bis heute offen und stellt dabei auch wiederkehrende Muster fest. Sie beginnt mit der Präsentation von Madonnendarstellungen, in welchen die Vorstellungen von Mutter-Kind-Beziehungen und ihr Einfluss über Jahrhunderte hinweg deutlich wird. Der Vater hingegen tritt meist in den Hintergrund. Erst wenn es darum geht, den Stammhalter der Familie vorzustellen, zeigen sich die Väter stolz und bewusst an der Seite ihres jungen Nachwuchses. Bis in die Moderne sind intime Vater-Kind-Bilder eine Seltenheit.

Mit dem Entdeckungskoffer durch die Ausstellung
Erstmals zu dieser Ausstellung steht den jungen Besuchern und Besucherinnen ein Entdeckungskoffer für den Besuch zur Verfügung, der kostenfrei an der Kasse oder Garderobe ausgeliehen werden kann. Der Koffer bietet Kunstentdeckern und -entdeckerinnen im Grundschulalter die Möglichkeit, Kunst auf spielerische Weise zu erleben, und enthält verschiedene Sehwerkzeuge und Materialien. Fernrohr, Farbbrille, Prisma und Lupe laden dazu ein, die Ausstellung und das Haus auf eigene Faust zu erkunden. Zu den Inhalten gehören zudem spannende Aufgaben, welche die Aufmerksamkeit auf Details in der Kunst lenken. So erfahren sie spiele-risch mehr über die Kunst, setzen sich aktiv mit den Werken auseinander und entwickeln eigene Perspektiven dazu.

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